Vorträge

VHS-Vorträge 2018

Kerker der Seele – Betrachtungen zu Piranesis „Die Gefangenen auf einer Plattform“

Termin: So., 18.03.2018, 11:15 – 12:45 Uhr
Ort: Galerie im Park, Rathausmarkt 1, 41747 Viersen

Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) ist wohl einer der bedeutendsten Architekturzeichner und sicherlich der berühmteste Kupferstecher des 18. Jahrhunderts. Berühmt ist er heute vor allem für eine faszinierende, visionäre Serie von Radierungen labyrinthartiger Gefängnisse, die „Carceri d’Invenzione“ (Erfundene Kerker). „Kaum ein anderes Werk der Graphik hat so viel leidenschaftliche Anteilnahme und Interpretations-Begeisterung hervorgerufen wie die immer noch rätselhaft wirkenden Carceri“, heißt es im Katalog zur Graphischen Sammlung der Stadt Viersen (15.-20.Jh.), in der sich eines der Blätter Piranesis befindet, nämlich das Blatt mit dem Titel: „Die Gefangenen auf einer Plattform“ (Blatt X). Wie sah diese „leidenschaftliche Teilnahme“ an den Kerker-Bildern Piranesis aus, welche „Interpreten“ hat Piranesi begeistert und beeinflusst und wie ist die bis in die unmittelbare Gegenwart reichende Wirkung seiner Kerker-Visionen zu erklären? Um diese Fragen geht es in diesem Kurs – mit dem Ziel, dem „Rätsel“ Piranesi „auf die Spur“ zu kommen und (ein wenig) „Licht“ in die „Dunkelheit“ seiner Kerker-Szenarien zu bringen.

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Empfohlene Literatur:

Über das Glück – Neues und Altes zu einem alten und immer wieder neuen Thema

Termin: Do., 19.04.2018, 15:00 – 16:30 Uhr
Ort: Burg, Thomasstraße 20, R. 118, 47906 Kempen

Glück hat Konjunktur – immer wieder und weltweit. So ermittelt etwa der World-Happiness-Report der Vereinten Nationen seit 2011 die Lebenszufriedenheit der meisten Völker der Welt, so erstellt ein Londoner Wirtschafts-Institut mit dem klingenden Namen „Zentrum für Wohlbefinden“ („Centre for Well Being“) den sogenannten „Happy-Planet-Index“, und im asiatischen Königreich Bhutan wacht eine staatliche Kommission über das Bruttonationalglück. Was aber heißt dies genau? Ist Glück überhaupt messbar und, wenn ja, wie? Und welche Vorstellungen von Glück werden hier jeweils zugrunde gelegt? Diesen Fragen soll in diesem Kurs – neben anderen – nachgegangen werden, einerseits im Hinblick auf die Positionen der „klassischen“ Philosophie, andererseits aber auch mit Blick auf neuere wissenschaftliche Publikationen zu diesem Thema.

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Empfohlene Literatur:

Michel de Montaigne oder Die Erfindung des Essays

Termin: Do., 17.05.2018, 15:00 – 16:30 Uhr
Ort: Burg, Thomasstraße 20, R. 118, 47906 Kempen

Die Lust, sich von den eigenen Gedanken treiben zu lassen, erhob Michel de Montaigne zur Lebensform. Mit seinen Essays schuf er (nicht nur eine neue Textgattung, eben den Essay, sondern zugleich auch) das erste moderne Zeugnis eines Menschen, dem kein Thema zu gering ist, den eigenen Verstand an ihm zu schärfen, heißt es im Vorwort zu einer aktuellen Ausgabe der Essays Montaignes (2016). An der Schwelle von der Renaissance zur Moderne, so heißt es hier weiter, wird Montaigne zum bis heute prägenden Vorbild des europäischen Intellektuellen.
Wer war Montaigne? Welche philosophischen Anschauungen spiegeln seine Essays wider, die schon zu seinen Lebzeiten ein Verkaufserfolg wurden, und was zeichnet die Textart Essay aus, die bis heute als eine besonders anspruchsvolle Form philosophischen Nachdenkens gilt?
Um diese Fragen geht es in diesem Seminar, wobei aber nicht nur referiert, sondern auf der Basis eines ausgewählten Montaigne-Essays auch diskutiert werden soll.

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Empfohlene Literatur: